Spiritualität in der Region Midi-Pyrenäen

 

Die Pfade des Jakobswegs nach Santiago de Compostela

Es kann die Freude am Wandern sein, die Suche nach Spiritualität oder einfach die Lust auf Ferien der anderen Art – so unterschiedlich wie die Gründe sind auch die unzähligen Menschen, die diese Region Midi-Pyrénées besuchen, um auf den Pfaden des Jakobsweges nach Santiago de Compostela zu wandeln. Die zum Weltkulturerbe der Unesco zählenden Strecken des Jakobsweges sind mit ihrer ehrwürdigen Geschichte die Glanzpunkte der 8 Departements der Region Midi-Pyrénées. Weite Landschaften, eine geschützte Natur, Stille und Einsamkeit – es sind diese Eigenarten der Region, die es dem Besucher ermöglichen, die Pilgerreise nach Compostela in ihrem ursprünglichen Charakter nachzuempfinden, verlaufen doch hier die drei Hauptrouten des Jakobsweges: der Weg von Puy-en-Velay, von Arles und der Pyrenäenweg.

Das Erbe von Compostela ist in der Region Midi-Pyrénées besonders lebendig. In der Region liegen 135 km Streckenabschnitte und 33 Bauwerke, die als wichtige Landmarken dieser Wege (Frankreich verfügt insgesamt über 76) in das Weltkulturerbe aufgenommen worden sind. Besonders erwähnt seien hier die Abteikirchen von Conques und Moissac, die Basilika von Saint-Sernin in Toulouse, die Stiftskirche von La Romieu oder die Valentré-Brücke von Cahors.

Die Katharer

Die Katharer üben auf uns auch heute noch eine unveränderte Faszination aus. Diese mittelalterliche religiöse Bewegung konzentrierte sich im Süden Frankreichs, und die heutige Region Midi-Pyrénées war seinerzeit die wichtigste Heimstatt der „Bons Hommes“, der guten Menschen, wie sich die Katharer untereinander bezeichneten. Grundlage des Katharismus war der Glaube, dass die Welt vom Teufel geschaffen sei, sowie die Ablehnung der kirchlichen Reichtümer. Vom Jahre 1209 an hatte die Gemeinschaft unter heftiger Verfolgung zu leiden: Der „Kreuzzug gegen die Albigenser“ begann. Letztendlich machte dieser es dem Königreich von Frankreich möglich, das große okzitanische Reich zu annektieren.

Im Ariège zeugen auch heute noch die Ruinen des Schlosses von Montségur, einst in 1.200 Metern Höhe auf eine felsige Bergspitze gebaut, eindrucksvoll vom Widerstand der Katharer, die von den Herren und Grafen Okzitaniens unterstützt worden waren. Auch auf dem „Weg der guten Menschen“, einer bei Montségur beginnenden grenzüberschreitenden Wanderung, lebt die Geschichte der Katharer fort. Näher zu entdecken ist sie außerdem in den Schlössern von Foix und Roquefixade (Ariège), im Musée de la Mémoire du Catharisme Occitan [Museum zur Erinnerung an den okzitanischen Katharismus] in Mazamet (Tarn), in der Bastide von Cordes-sur-Ciel (Tarn) sowie an zahlreichen anderen Orten in der Region Midi-Pyrénées.

Die Templer des Larzac

Wer waren eigentlich die Templer, die dazu beigetragen konnten, aus einem Roman wie „Sakrileg“ weltweit einen Bestseller zu machen? Zwischen Mythos und Realität lädt die Region Midi-Pyrénées zu einer Reise ein, die Elemente von Spiritualität und Irrationalität aufweist. Richtung Kalkplateau von Larzac, in der Nähe von Millau im Süden des Departements Aveyron. Hier zeugen fünf hervorragend erhaltene befestigte Städte mit einer in Europa einzigartigen Reichhaltigkeit von der Geschichte des mythischen Ordens der Templer.

Die Namen dieser mittelalterlichen Dörfer sind Sainte-Eulalie de Cernon, La Cavalerie, La Couvertoirade, Viala du Pas de Jaux und Saint-Jean d’Alcas. Gemeinsam bilden sie den Circuit du Larzac Templier et Hospitalier [Tour durch das Larzac der Templer und Hospitaliter]. Auf einer Länge von 85 Kilometern durchzieht dieser Rundweg eine Landschaft mit unendlichen, wilden Weiten, wo die Schafe weiden, aus deren Milch der Roquefort gewonnen wird.
Seit 1140 auf dem Hochplateau Larzac angesiedelt, blieben die Templer dort etwa 200 Jahre lang ansässig. Sie hatten das Gebiet bereits zu einer Quelle des Reichtums gemacht und seine Landschaft geformt, bevor sie ihm in den Mauern ihrer Stadtbefestigungen sein endgültiges Gepräge gaben. Mächtig, reich und gefürchtet, erweckten sie schließlich den Zorn Philipps des Schönen, des Königs von Frankreich, der die Abschaffung ihres Ordens beschloss. Und so wurden im Jahr 1307 alle Templer gefangen-genommen und verurteilt. Sie wurden ersetzt durch die Hospitaliter, die im Larzac ihr Werk fortführten.

(Quelle: Maison de la France / Französisches Fremdenverkehrsamt, 15.05.2008)

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