Osterbräuche in Bayern: Alles dreht sich um das Ei

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Im christlich geprägten Bayern gibt es eine Reihe von traditionellen Osterbräuchen. Diese reichen von der Karfreitagsprozession über das Verspeisen des Osterlamms bis hin zu den diversen Osterfeuern. Doch die bayerische Tradition hat anlässlich der Erinnerung an die Wiederauferstehung von Jesus Christus weit mehr zu bieten, als dies auf den ersten Blick scheint. Unter den bis zu hunderte Jahre alten Bräuchen befindet sich auch die eine oder andere außergewöhnliche Veranstaltung.

Karfreitagsprozession in Lohr am Main
29. März 2013 – ab 10:30 Uhr
Jahr für Jahr strömen am Karfreitag tausende von Menschen in das unterfränkische Lohr am Main. Ziel Ihrer Reise ist die berühmte Karfreitagsprozession. Sie ist Deutschlands größter Umzug, der den Passionsweg Jesu Christi nachstellt. Allein im letzten Jahr säumten mehr als 10.000 Menschen die Lohrer Straßen. Während der Prozession, in der lebensgroße Figuren mitgetragen werden, wird das Leiden und Sterben Jesu Christi in Bildern dargestellt. Die Lohrer Karfreitagsprozession stammt laut der ältesten Überlieferung aus dem Jahre 1656. Derartige Veranstaltungen waren bis weit ins 18. Jahrhundert vor allem im süddeutschen Raum weit verbreitet. In der Zwischenzeit sind sie jedoch deutlich seltener geworden.

Schön anzusehen – die Fränkischen Osterbrunnen
30. März 2013
Das Brauchtum des Brunnenschmückens stammt ursprünglich aus der fränkischen Schweiz. Am Karsamstag werden noch heute, vornehmlich im oberfränkischen Raum, nahezu alle öffentlichen Dorfbrunnen mit Ostereiern und anderen Verzierungen geschmückt. Was heute zumeist lediglich noch als Blickfang im Ortsmittelpunkt dient, hatte in der Vergangenheit eine weitaus tiefere Bedeutung. Die Menschen gingen davon aus, sich mit dem Schmücken – oder fränkisch „Putzen“ – der Brunnen die Quellgöttin gewogen zu machen. Dementsprechend nahmen sie an, ihre Gesundheit, der Erfolg der Ernte oder gar das Überleben von Mensch und Tier hingen vom Erfolg oder Misserfolg ab.

Auge um Auge … – Eierpicken auf dem Chamer Marktplatz
31.03.2013 – ab 11:30 Uhr
Im Duell treten Sie gegeneinander an, doch am Ende kann nur einer aus dem Duell als strahlender Sieger hervorgehen. Was auf den ersten Blick martialisch klingt, ist in Wahrheit ein jahrhunderte alter und völlig friedlicher Brauch.
Beim traditionellen Eierpicken treffen sich Jahr für Jahr hunderte Teilnehmer auf dem Chamer Marktplatz in der Oberpfalz. Am Ostersonntag treten Prominente aus Politik und Wirtschaft, Einheimische und Gäste wieder gegeneinander an. Ziel des Wettkampfs ist es, mit dem eigenen Ei die Eierschale des Gegners so schnell wie möglich durch einen gezielten Peck (Stoß) zu zerstören um anschließend mit dem gleichen Ei gegen den nächsten Herausforderer anzutreten.

Ein schützender Wurf – Ostereierwurf soll Häuser vor Blitzeinschlägen bewahren
Der wohl kurioseste Brauch ist der des Ostereierwerfens. Dabei werfen sich zwei Personen ein hartgekochtes Ei zu. Das Besondere daran: Zwischen den beiden befindet sich ein Haus. Hintergrund dieser Tradition ist das Ziel, das Haus mit dem Eierwurf vor Blitzeinschlag zu schützen. Besonders witzige Zeitgenossen verwenden dabei rohe statt der üblichen hartgekochten Eier.

(Quelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH, 28.02.2013;
Foto: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH)

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