Historische Wanderwege durch Niedersachsens schönste Landschaften

Pilgerwege führen über historische Routen abseits der großen Straßen durch die Natur ~ Foto: djd/TMN/sabinebraun.de

Auf Pilgerpfaden zur Ruhe kommen

Das geschichtsträchtige Lutherjahr bietet einen guten Anlass, um alte Pilgerspuren wiederzuentdecken.

Diese besinnliche Form des Wanderns ist Erholung für Körper und Seele, bietet einen guten Ausgleich zum hektischen Alltag und lädt ein zur Entdeckung der Langsamkeit.

Kloster Loccum bei Hannover

Am altehrwürdigen Kloster Loccum bei Hannover beginnt der Pilgerweg nach Volkenroda ~ Foto: djd/TMN/Mittelweser-Touristik

Das Motto der Zisterziensermönche im Kloster Loccum bei Hannover darf man heute auch als Einladung zu Wellness auf mentale Art verstehen: „Das Tor ist offen, das Herz umso mehr.“

Auf ihren Spuren aus dem 12. Jahrhundert verläuft der Pilgerweg Loccum – Volkenroda: Er führt vom altehrwürdigen und stets geöffneten Kloster Loccum nordwestlich von Hannover entlang der Weser durch den stillen Hochwald des Sollings und über das Eichsfeld bis nach Thüringen zum Kloster Volkenroda. Auf dem 300 Kilometer langen Weg mit 17 Tagesetappen können Pilger in Kirchengemeinden oder Klöstern übernachten, die Konfession spielt dabei keine Rolle. Und wer nicht allein wandern möchte, kann sich auch ehrenamtlichen Pilgerbegleitern anschließen.

Der Jacobusweg Lüneburger Heide gehört zum weiten Netz des berühmten Jakobswegs, der in Santiago de Compostela endet ~ Foto: djd/TMN/sabinebraun.de

Der Jakobsweg durch die Lüneburger Heide

Der Jakobsweg durch Nordspanien nach Santiago de Compostela ist wohl der berühmteste Pilgerpfad, aber dass sein weitläufiges Wegenetz bis in die Lüneburger Heide reicht, ist noch wenig bekannt:

Der Jacobusweg Lüneburger Heide führt von St. Jacobi in Hamburg durchs malerische Seevetal und den Naturpark Lüneburger Heide, dann in zwei alternativen Strecken durch das Aller-Leine-Tal oder den Naturpark Südheide bis zum Kloster Mariensee. Die markierten Wege durch die Heidelandschaft führen an Orte, an denen Wanderer Ruhe und Einkehr finden, etwa zu den Klöstern Walsrode, Lüne oder dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Wienhausen, aber auch zu zahlreichen kleinen historischen Feldsteinkirchen.

Durchs bergige Schaumburger Land an der Weser verläuft der Sigwardsweg ~ Foto: djd/TMN/Hameln Marketing und Tourismus

Ostfriesland oder Weserbergland

Wer das Pilgern erstmal auf kürzerer Strecke ausprobieren möchte, kann in Ostfriesland auf dem 40 Kilometer langen Wallfahrtsweg „Schola Dei“ wandern: Namensgeber ist der Ausgangspunkt, das ehemalige Zisterzienser-Kloster „Schule Gottes“ bei Ihlow im Landkreis Aurich. Entlang der ruhigen Wege gibt es 16 Stationen zu entdecken sowie malerische Kirchen und historische Plätze. Am Ziel in der Stadt Norden wartet mit der Ludgerikirche die größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands mit ihrer weltberühmten Schnitger-Orgel.

Durchs bergige Schaumburger Land an der Mittelweser führt dagegen der Sigwardsweg: Benannt nach Bischof Sigward von Minden aus dem 12. Jahrhundert, führt er von dort über 170 Kilometer zur Sigwardskirche in Idensen in der Nähe des Steinhuder Meeres.

Alle Pilgerpfade sind unter reiseland-niedersachsen.de zu finden.

Pilgern in Begleitung

Auf dem Pilgerweg Loccum – Volkenroda wird auch Gepäcktransfer angeboten und ehrenamtliche Pilgerführer bieten ihre Begleitung für einzelne Tagesetappen oder auch mehrtägige Pilgerrouten an. Die Begleiter kennen inspirierende Ort am Wegesrand, können Fragen zu Geschichte und Natur beantworten und halten Andachten.

Die Broschüre „Begleitet pilgern 2017 mit zertifizierten Pilgerbegleiterinnen und Pilgerbegleitern“ mit allen Angeboten kann unter loccum-volkenroda.de heruntergeladen oder bestellt werden. Auch auf dem Sigwardsweg in der Region Mittelweser werden geführte Pilgertouren angeboten, zu finden unter sigwardsweg.de.


(Text + Fotos: TourismusMarketing Niedersachsen GmbH, Hannover / djd, 18.07.2017)

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