LÄNDER,  Peru,  Spirituelle Reisen

Peru – eine Reise der Sehnsucht

Auf dem Weg zum Ausangate ragen viele faszinierende Bergspitzen hervor … ~ Foto: Morana Paproth

Immer wieder reiste Morana zunächst alleine nach Peru, durch verlassene Gegenden, wo der Sternenhimmel unendlich ist. Sie überschritt die Grenzen des für sie bisher Möglichen, um sich selbst und ihrem Ursprung zu begegnen.

– Ein Auszug aus ihrem Buch:
“Peru – eine Reise der Sehnsucht” –

“Sehnsucht, immer wieder verspürte ich tiefe Sehnsucht nach Heilung und Frieden. In mir wuchs der Wunsch und das Verlangen nach einer Welt der Liebe und des Glückes.

Ich war viel gereist dafür, hatte an vielen Orten gelebt. Doch dies alles hatte mich nicht zu mir führen können. Nach einer langen schweren Erkrankung entschied ich mich, nach Peru zu reisen. Es zog mich hoch in die Berge, dorthin, wo das Licht noch rein und unberührt war. Ich bat dazu einen alten Freund, mich mit seinen Pferden zu begleiten. Das Wetter war uns wohl gesonnen und wir konnten den Berg Ausangate schon bald nach unserem Aufbruch von Weitem im Sonnenschein sehen.

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Seelenberührende Ausblicke ~ Foto: Morana Paproth

Der Weg nach oben war sehr steinig und damit der Ritt nicht ganz leicht, aber die Pferde führten uns sicher an steilen Abhängen und anderen unwegsamen Stellen vorbei.

Endlich war ich nach drei Tagen des Aufstiegs oben auf 5.500 Metern angekommen. Der erste Schnee fiel und mein Begleiter wie auch die Pferde wurden unruhig. Sie hatten kein Verständnis dafür, dass ich nun noch bleiben wollte. Überglücklich, das Ziel meiner Reise erreicht zu haben, bat ich sie, sich noch ein wenig zu gedulden, bevor wir zurückkehrten. Denn dieses Mal wollte ich die Kraft und das Licht dieses Berges ganz in mir aufnehmen.

Ich wollte nun hier oben, wo sich mir ein ganz besonderes Lichttor gezeigt hatte, einen Kraftplatz anlegen. Dazu hatte ich Blüten, Quinoa-Saat und viele andere Samen mitgebracht. Ich stieg von meinem Pferd ab und packte alles aus meinen Rucksack. Mit dem mitgebrachten trockenen Sandelholz entzündete ich ein Feuer und legte es so an, dass es trotz des Windes in dieser Höhe nicht ausgehen konnte.

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Begegnungen mit dem Licht – im Außen wie im Innen ~ Foto: Morana Paproth

Als das Feuer brannte, war auch Isidro, mein Begleiter, auf einmal wie verändert. Er wusste, dass es nicht leicht war, hier in der Höhe ein Feuer zu entzünden. Dies gelang nur, wenn die Apus (Berggeister) das Opfer anerkannten. Ich wusste, dass es nur angenommen würde, wenn es auch vollständig verbrannte. So stimmte ich ein altes Lied für die Erde und den Himmel an. Langsam beruhigte sich der Wind und auch meine Begleiter wurden ganz ruhig. Hier hoch oben in den Bergen, dem Himmel ganz nah, spürte ich meine Sehnsucht nach Liebe, mich in meiner ganzen Existenz zu erfahren.

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Tief faszinierende Landschaften ~ Foto: Morana Paproth

Der Wind stand still und ich vernahm leise eine Stimme, die sagte: „Ich bin das Licht. Ich bin in dir.“

Und ich antwortete: „Lass mich sein wie du.“

„Danke“ sagte das Licht zu mir und dehnte sich weiter aus in seine Ewigkeit.

Sie beide erfüllten sich.

Die Unendlichkeit mit mir.

Eine Welle des Lichts ergriff mich, so glücklich war ich. Die Worte berührten meine Seele zutiefst.

Ich genoss diesen besonderen Moment und die Spitze des Berges Nevado Ausangate riss ganz auf. Die Wolken, die ihn bis dahin umhüllt hatten, lösten sich auf. Wir warteten noch, bis das Feuer erloschen war, und bedankten uns bei allen himmlischen Wesen für ihre Unterstützung. Nun konnten wir uns endlich für den Abstieg bereit machen. Während Isidro die Pferde fertig machte, nutzte ich die Minuten der Stille und Freiheit hier in der Natur, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen. Alles wurde in mir still. Und da war wieder meine innere Stimme, die zu mir sprach:

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An einer Feuerstelle am Ausangate – den Sternen und sich selbst ganz nah … ~ Foto: Morana Paproth

„Nicht in der Welt wirst du die Freiheit finden, deine Augen haben nur einen Bruchteil davon gesehen und deine Ohren ebenfalls. Deine Sinne werden sie nicht erfahren, wenn sie zu sehr nach außen gerichtet sind. Schließe deine Augen und Ohren und deine Sinne und suche von nun an die Freiheit in dir selbst.“

Und so schloss ich meine Augen und Ohren und sämtliche Sinne. Eine wohlige Wärme durchfloss mein Herz und dann meinen Körper. Ich fühlte eine Freiheit in mir, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte und wie diese meine Zellen durchströmte und berührte. Alles, was ich im Außen gesucht hatte, alles war da. Alles, nach dem ich mich sehnte, war in mir. Die Freiheit fand ich in mir. Es war so wunderbar. Ich musste nicht mehr durch die Welten reisen, denn die Freiheit war in mir. Frei wie der Kondor, den ich gestern Morgen gesehen hatte. Frei, alles in mir zu erfahren. Frei, in mir zu sein. So freute ich mich darüber, was die Reise des Lebens noch für mich bereit hielt.

Ich hatte nun eine Idee davon, dass es eine niemals endende Reise des Glücks sein würde. In einer mir ewig erscheinenden Zeitspanne erlebte ich alle Herrlichkeit der Schöpfung und musste vor Freude und Dankbarkeit weinen. Mein Herz war ganz weit und offen. Tiefster unbeschreiblicher Frieden war in mir und um mich herum. Ich hatte kein Bestreben mehr.

Es folgte ein wunderschöner Rückritt, beflügelnd leicht. Ich brauchte mich meinem Pferd nur anzuvertrauen, es führte mich durch den Schnee, der wie kleine Sterne auf das Gras fiel. Zwischendurch sah ich kleine Sternenblumen und Steine mit Sternchen auf meinem Weg. Ich erlebte wieder einmal, wie es ist, wenn „Ayni“ sich in der Natur zu erkennen gibt.

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Morana unterwegs in Peru ~ Foto: Morana Paproth

Mir war bewusst, wie hier alles über das Prinzip des göttlichen Spiegels in Einklang ging. Überglücklich und mit weitem Herzen dehnte ich meine Liebe und mein Licht über dieses wunderschöne Land aus. Ich war zutiefst beglückt, denn die Samen meiner Liebe waren von ihr und dem Himmel gesegnet worden. Mein Kindheitstraum hatte sich erfüllt, dadurch dass ich nun in vollkommenem „Ayni“ (= In den Anden wird noch das Prinzip des bedingungslosen Geben und Nehmen gelebt, das auf Reziprozität beruht) lebte.

Mir wurde auch bewusst, dass meine Sehnsucht zu reisen nur ein Ziel gehabt hatte: mit dem Herzen der Mutter Erde und des himmlischen Vaters wieder vereint zu sein und mich eins mit allen Wesen zu fühlen. Ich war wieder in mir zu Hause angekommen in dieser wunderbaren und wundervollen Welt. Ja, ich war bereit, all die wunderbaren göttlichen Qualitäten in mir auf die Erde zu bringen. Und jetzt war es egal, wo ich war, denn mein Licht war immerzu bei mir. Es fehlte nun an nichts. Alles war in mir. Ich war überglücklich, denn ich war nun endlich in mir, angekommen. Glücklich schaute ich in den Sternenhimmel, der zum Anfassen nah schien …

So wie ich einst selbst zu meinem Ursprung zurückgereist bin, ist es mir nun eine Freude, immer wieder Menschen nach Peru zu begleiten, um sie mit ihrem Ursprung zu verbinden.

– Aus dem Buch: “Peru – eine Reise der Sehnsucht” –

Die Autorin:

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~ Foto: Morana Paproth

Morana Paproth reist seit 2001 jährlich nach Peru und bietet ein Retreat in Form einer Pilgerreise an, welche über einen alten Sternenweg durch ganz Peru führt.Die nächste Reise nach Peru findet vom 18. September bis 1. Oktober 2015 statt. Bitte melden Sie sich für weitere Informationen gerne unter 0049.(0)2151.950386 oder info@reisen-ins-bewusstsein.de.

Website: reisen-ins-bewusstsein.de


(Text + Fotos: Morana Paproth, 3.1.2015)

 

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