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Frühlingswandern im Elbsandsteingebirge

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Tafelberge: Pfaffenstein (links) und Königstein mit der Festung Königstein (rechts) ~ Foto: Frank Exss / TVSSW

Im Elbsandsteingebirge beginnt die Wandersaison. Auf entspannten Frühlingstouren kann man dieser urwüchsigen Naturlandschaft beim Erwachen aus dem Winterschlaf zusehen.

Das Elbsandsteingebirge mit seinen beiden Teilen Sächsische Schweiz und Böhmische Schweiz ist ein Wunder der Natur. Was vor 150 Millionen Jahren noch Meeresgrund war, formten Tektonik und Erosion zu einem facettenreichen Wanderparadies mit Tafelbergen, Felsen, Tälern und Schluchten.

Zwei Nationalparks und das umgebende Landschaftsschutzgebiet ergeben zusammen die Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz mit über 700 Quadratkilometern Fläche. Bedrohte Tierarten haben hier ihr Zuhause gefunden: Wanderfalke, Schwarzstorch, Eisvogel, Luchs und Siebenschläfer. Aber auch seltene Pflanzen, wie das Gelbe Veilchen, ein Relikt der letzten Eiszeit, der Waldgeißbart und viele Farnarten. Jetzt füllt sich diese einmalige Landschaft wieder mit Leben.

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Märzenbecher ~ Foto: Hans / pixabay

Eines der größten Märzenbecher-Gebiete Deutschlands

Das erste Signal für den Frühlingsbeginn im Elbsandsteingebirge geben die Märzenbecher. Mit ihren schneeweißen glockenförmigen Blüten, die zart von grünen Punkten gekrönt werden, recken sie als eine der ersten Frühjahrsboten die Köpfe in den Himmel.

Beeindruckend ist das Naturschauspiel im Polenztal. Dicht an dicht drängen sich über mehrere Wochen die Glockenköpfe auf den Märzenbecherwiesen. Das Wildvorkommen dieser Frühlingsknotenblume (lat. Leucojum vernum) entlang des Flüsschens Polenz ist das nördlichste in Mitteleuropa und gilt als eines der größten in Deutschland. Auf dem Märzenbecher-Rundweg kann man entlang der Talwiesen spazieren. Unterwegs laden Mühlen zur Einkehr.

Tafelberge: Majestäten reihen sich an der Elbe

Tafelberge zählen zu den faszinierendsten Landschaftsformen weltweit. Berühmt sind die Felsmonumente im Südwesten der USA und in Südafrika. Wichtigste Tafelbergregion in Deutschland ist das Elbsandsteingebirge. Mindestens zwei Dutzend dieser imposanten Gebilde mit bis zu 723 Metern Höhe findet man hier. Vorwiegend links der Elbe reihen sie sich aneinander: Rauenstein, Königstein, Pfaffenstein, Gohrisch, Kleinhennersdorfer Stein, Zirkelstein, Großer und Kleiner Zschirnstein und viele weitere. Der höchste ist der Hohe Schneeberg auf böhmischer Seite.

Das Schöne an den Tafelbergen im Elbsandsteingebirge ist: Sie bieten nicht nur spektakuläre An-, sondern auch atemberaubende Ausblicke. Denn praktisch alle können bestiegen werden. Gut ausgebaute Wanderwege führen zu den Gipfeln. Der Malerweg, der als Fernwanderweg auf 112 Kilometern durch die Sächsische Schweiz führt, verbindet die meisten miteinander. Doch auch einzeln sind die Majestäten in kurzen Strecken zu bezwingen.

Ein beliebtes Ziel ist der Pfaffenstein. Durch seine zerklüftete Form wirkt er wie das Elbsandsteingebirge im Kleinen. Die Aussicht und eine historische Berggaststätte belohnen für die Mühe des Aufstiegs. Über das ausgedehnte Bergplateau führt ein verzweigtes und ausgeschildertes Wanderwegenetz. Besonders sehenswert ist die „Barbarine“, eine vorgelagerte frei stehende Felsnadel – der Legende nach eine versteinerte Jungfrau.

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Wanderrast in der Sächsischen Schweiz ~ Foto: Michael Bader / TVSSW

Panoramaweg mit faszinierenden Ausblicken

Bezaubernde Ansichten auf die Felsmajestäten bieten Wanderrouten wie der Panoramaweg. Kein anderer Weg in der Sächsischen Schweiz hat diesen Namen mehr verdient. 18 Wanderkilometer führen von Bad Schandau über ein Hochplateau nach Saupsdorf. Die Strecke ist gespickt mit ausgedehnten Wiesen und Feldern, kurzen Waldstücken und hübschen, idyllischen Dörfern. Und immer wieder dominieren imposante Tafelberge und massive Felsenketten das Bild.

Deutscher Wandertag 2016 in der Sächsischen Schweiz

Der Deutsche Wanderverband hat die Sächsische Schweiz zum Austragungsort des Deutschen Wandertages 2016 gekürt. Es ist mit Zehntausenden Teilnehmern das größte Wanderfestival der Welt. Schon jetzt informiert die Website deutscherwandertag-2016.de über alles Wissenswerte zum Wandern in der Region. Auch etwa 140 besonders empfehlenswerte Wandertouren für den Frühling sind hier mit ausführlichen Beschreibungen hinterlegt.

Über den Deutschen Wandertag 2016

Der Deutsche Wanderverband veranstaltet einmal im Jahr den Deutschen Wandertag. Es ist das größte Wandertreffen in Europa und führt jährlich Zehntausende Wanderfreunde in die schönsten Landschaften der Republik.

Die 116. Auflage des Festivals ist vom 22. bis 27. Juni 2016 im Elbsandsteingebirge zu erleben. Ausrichter sind der Wanderverband Sächsische Schweiz, der Tourismusverband Sächsische Schweiz und die Stadt Sebnitz. Etwa 150 organisierte Wanderungen führen während der Veranstaltungswoche durch die Region. Auch Busexkursionen und Ausflüge für mobilitätseingeschränkte Menschen sind geplant. Sebnitz umrahmt das Ereignis mit kulturellen Veranstaltungen und einem umfangreichen Festprogramm. Höhepunkt ist der Festumzug der 57 Wandervereine mit über 3 000 Ortsgruppen aus ganz Deutschland. • deutscherwandertag-2016.de

Über den Tourismusverband Sächsische Schweiz e. V.

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz ist ein seit 1991 eingetragener Verein mit Sitz in Pirna/Sachsen. Kernaufgaben sind die Vertretung touristischer Interessen im ehemaligen Landkreis Sächsische Schweiz sowie die überregionale und internationale Vermarktung der Destination Sächsische Schweiz. Aktuell zählt die Organisation etwa 400 Mitglieder und kooperiert mit mehr als 600 Unternehmen, Institutionen, Verbänden und Privatpersonen. • saechsische-schweiz.de


(Text + 2 Fotos: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. / THIEL Public Relations e.K., 23.03.2015)

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